Französische Automarken

Frankreich – kreative Köpfe in allen Sparten

Das die Franzosen Tüftler sind ist kein Geheimnis, auch nicht das sie gerne forschen und experimentieren. Von den 541 Nobelpreisträgern, die zwischen 1901 und 2010 in den naturwissenschaftlichen Fächern Physik, Chemie und Medizin eine Ehrung erhielten, kamen alleine 228 aus den USA, die restlichen 313 Preise teilten sich Wissenschaftler aus dreizehn Ländern. Frankreich erreichte mit seinen dreißig Preisträgern die beachtliche Quote von fast zehn Prozent, gerechnet ohne die USA, so ist es nicht weiter verwunderlich, dass dieses kreative Volk auch im Laufe der Technikgeschichte sehr erfolgreich war und ist. Würde während eines Quiz gefragt, wie viele französische Automarken seit Beginn der Automobilgeschichte entstanden, lägen die Antworten vermutlich zwischen fünfzig und einhundert, wohl kaum jemand käme auf die Idee, die gewaltige Zahl 827 zu nennen.

Erste Versuche, ein sich selbst bewegendes Fahrzeug zu entwickeln gab es früh, schon 1490 zeichnete das italienische Allroundgenie Leonardo da Vinci eine Art selbstfahrender Panzerwagen. In den Niederlanden baute Simon Stevin, ein Mathematiker, um 1600 einen Segelwagen, der mithilfe der Windenergie in der Lage war, bis zu dreißig Personen zu befördern und der französische Militäringenieur Nicolas Joseph Cugnot 1769 einen dreirädrigen Dampfwagen für die Artillerie. Als Etienne Lenoir im Jahr 1860 einen betriebsfähigen Gasmotor patentieren ließ und sein „Hippomobil“ baute, ahnte er nicht, dass er mit dieser Idee den Grundstein für viele erfolgreiche französische Automarken legte. Das wasserstoffbetriebene Fahrzeug mit seinem Einzylinderverbrennungsmotor erreichte auf seiner Testfahrt von Paris nach Joinville-le-Pont die berauschende Geschwindigkeit von ungefähr 3 Km/h, doch erst mit dem 1886 von Carl Benz entwickelten Verbrennungsmotor als Antrieb begann die eigentliche Automobilgeschichte.

Zu den ältesten, noch existierenden Fahrzeugherstellern gehören neben Daimler Benz und dem englischen Maybach auch französische Automarken wie das seit 1891 bestehende Unternehmen Peugeot oder Citroën, dessen Produktion 1919 begann. Im Laufe der Geschichte brachten die Franzosen die unterschiedlichsten Marken auf den Markt, das Gros blieben völlig unbekannt wie Ouzou (1900-1901) oder Induco (1922-1928), andere wurden zu teueren Liebhaberfahrzeugen wie das Original von Bugatti und wiederum andere, allerdings wenige, schafften es, sich dauerhaft auf dem Markt zu etablieren und zu Weltunternehmen zu werden.